Rückblick Corona-Einsatz der ZSO EMME

Die Zivilschutzorganisation (ZSO) EMME steht heute am Ende der fünften Einsatzwoche im Rahmen der Corona-Krise. Mit den sich verschärfenden Massnahmen von Seiten des Bundes Anfang März, erhielten die regionalen Zivilschutzorganisationen von der Abteilung Zivilschutz des Kantons Luzern am Mittwoch, 11. März 2020 den Auftrag, anstehende Wiederholungskurse zu nutzen, um die Zivilschutzangehörigen für mögliche Einsätze zu schulen. Neben allgemeinen Informationen zum Coronavirus sollte insbesondere die Anwendung von Schutz- und Hygienemassnahmen im Zentrum stehen. Mit dem schweizweit verordneten Lockdown am Freitag, 13. März 2020 hatte auch der Kantonale Führungsstab Luzern (KFS) seine Arbeit aufgenommen, um als zentrales Führungsorgan die Ereignisbewältigung kantonsweit zu koordinieren. In dieser ausserordentlichen Lage erhalten die regionalen Zivilschutzorganisationen ihre Aufträge nicht von den Vertragsgemeinden, sondern direkt vom KFS.

Die ZSO Pilatus hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine erste Corona-Ausbildung umgesetzt, welche übernommen werden konnte. Um die Ausbildung innerhalb der ZSO EMME zu planen, wurde ab Montag, 16. März 2020 Chef Betreuung im Bataillonsstab, Lukas Kryenbühl aufgeboten. Die erste Corona-Schulung für Angehörige der ZSO EMME konnte am Donnerstag, 19. März 2020 erfolgreich durchgeführt werden. Rund 100 Eingeteilte, bestehend aus Führung und priorisierten Zügen verschiedener Formationen wurden geschult. Analog zu dieser Schulung wurden bis zum Donnerstag, 09. April 2020 alle 26 Züge der ZSO EMME ausgebildet, jeweils zwei Züge pro Tag im Barackendörfli Riffigweiher.

Am Freitag, 20. März 2020 beschloss der KFS ein zusätzliches Medical Center zu errichten, um die Spitalpflege einer grossen Anzahl von Infizierten im Kanton zu ermöglichen. Die Räumlichkeiten für das sog. Medical Center Luzern (MCL) wurden im Schweizerischen Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil gefunden. Für die Errichtung des MCL wurde die ZSO Region Sursee beauftragt. Da der eigentliche Betrieb eines Medical Centers mit hunderten von Liegeplätzen logistisch und personell sehr aufwändig ist, erhielt die ZSO EMME den Auftrag, diesen Betrieb zu planen und sicherstellen zu können. Von Seiten des KFS wurde eine Zivilschutzorganisation in Bataillonsstärke gefordert.

Die neue Ausgangslage führte dazu, dass die ZSO EMME ab Montag, 23. März 2020 Kaderangehörige aller Formationen aufbot, um formationsübergreifend den KFS-Auftrag auszuführen. Zusätzlich musste die ZSO EMME die Zutrittskontrolle zum SPZ mit Zivilschutzangehörigen über mehrere Wochen sicherstellen.

Die Betriebsplanung MCL war aufwändig und forderte neben Chef Admin Daniel Diltz, Chef Betreuung Lukas Kryenbühl und Kompaniekommandant Fabian Distel weitere Kaderangehörige über Wochen. Neben der Patientenbetreuung, welche durch Betreuer des Zivilschutzes, medizinisches Fachpersonal und auch Angehörige der Armee über mehrere Tagesschichten sichergestellt werden musste, galt es zahlreiche weitere Bereiche zu planen, wie Verpflegung von Patienten und Personal, die Patienten-Administration, den Wäscheservice und betriebliche Abläufe.

Um die Ansteckungsgefahr unter dem Angehörigen der ZSO EMME zu reduzieren, wurde Social Distancing auch während des Einsatzes beachtet. In den Räumlichkeiten und in Fahrzeugen, während den täglichen Rapporten und auch in den Pausen wurde die Personenzahl reduziert sowie Abstands- und Verhaltensregeln definiert und strikte umgesetzt. Regelmässige Desinfektionen von Anlagen und Fahrzeugen sollten zusätzlich eine Virusverbreitung verhindern.

In den vergangenen Wochen erhöhte sich auch das mediale Interesse an der Arbeit des Zivilschutzes im Rahmen der Corona-Krise. Um die einheitliche Kommunikation zu verbessern, stellte die ZSO EMME der Abteilung Zivilschutz des Kantons Luzern Christian Roos, Chef Info im Bataillonsstab zur Verfügung. Seit Ende März koordiniert dieser die kantonsweite Medienarbeit des Zivilschutzes in Zusammenarbeit mit der Staatskanzlei.

Einen weiteren Auftrag vom KFS erhielt die ZSO EMME Anfang April: Die Alterssiedlung Root hatte aufgrund des Coronavirus mehrere Ausfälle zu beklagen und wurde deshalb mit einer Betreuungsperson unterstützt.

Am Montag, 06.April hätte das MCL seinen ordentlichen Betrieb aufnehmen sollen. Da die befürchtete Entwicklung bei den Coronavirus-Infizierten jedoch nicht eintraf und die Patientenzahlen weiterhin mit den regulären Spitälern im Kanton Luzern bewältigt werden konnten, steht das MCL weiterhin in Bereitschaft. Die ZSO EMME bereitete sich so weiter auf einen möglichen, erhöhten Patientenanfall vor. Mit dem Schweizerischen Institut für Rettungsmedizin wurden die Betreuer der ZSO EMME für ihre im MCL vorgesehene Arbeit im Bereich der Patientenpflege weitergebildet. Zusätzlich wurde am Freitag, 10. April 2020 die probeweise Belegung des MCL in Zusammenarbeit mit Spitalsoldaten der Armee geübt. Im Fokus standen die definierten Abläufe der Patientenanmeldung und die geordnete Bettenbelegung. Die Übung zeigte, dass die erstellten Konzepte auch in der Praxis funktionieren und die Zusammenarbeit mit der Armee unbürokratisch funktioniert.